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Wie die Eulen nach Athen kamen

Pressemitteilung vom 30. März 2015

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Tiere und Pflanzen auf antiken Münzen

(GFN) Das Sprichwort "Eulen nach Athen tragen" hat seinen Ursprung im Motiv einer antiken Tetradrachme, das auch die aktuelle 1-Euro-Münze Griechenlands ziert. Tiere und Pflanzen auf Münzen erzählen uns heute Geschichten aus längst vergangenen Tagen.

(GFN) Angesichts der andauernden Krise würde es die griechische Regierung begrüßen, wenn Europa weiterhin viele Eulen nach Athen trägt.
Schließlich prang der Nachtvogel auf jeder 1-Euro-Münze des Landes – gestaltet in Anlehnung an eine antike Tetradrachme. Die europäische
Finanzminister indes hoffen inständig, dass sie die Eulen nicht im sprichwörtlichen Sinn in die griechische Hauptstadt transferieren. Denn so
gesehen bezeichnet „Eulen nach Athen tragen“ eine unnütze und zwecklose Tätigkeit.

Anders als heute galt das antike Athen als reich und wohlhabend. Schon der Komödiendichter Aristophanes empfand es als überflüssig, weitere Silbermünzen mit dem Eulenmotiv ins reiche Athen zu tragen als er – aus heutiger Sicht zu optimistisch – schrieb: „An Eulen wird es nie mangeln.“ Wer also „Eulen nach Athen trägt“, könnte auch „den Misthaufen düngen“, wie es in einem ähnlichen Sinnspruch gleicher Bedeutung heißt. Die Athener Tetradrachme, ein Vierdrachmenstück aus Silber mit einem Gewicht von 16 bis 17 Gramm erlangte jedenfalls so ihre sprichwörtliche Bedeutung. Die Eule ist aber auch ein Symbol der Weisheit. Im Olymp war für dieses „Ressort“ die allseits beliebte Göttin Athene zuständig. Athene – wie es der Name schon sagt – fungierte darüber hinaus als Schutzgöttin der Stadt. Es ist also nur logisch, dass ihr Profil die Vorderseite der Athener Tetradrachme schmückt ...

„Die Münze würdigt die Wiedervereinigung Deutschlands, die sich in diesem Jahr zum 25. Mal jährt. Am 3. Oktober 1990 erfüllte sich der Auftrag des Grundgesetzes an das deutsche Volk, die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden“, wie kurz darauf aus Wolfgang Schäubles Bundesfinanzministerium verlautbart. Das Motiv der Münze ist dynamisch gestaltet; der Entwurf stammt von dem Künstler Bernd Wendhut aus Bernkastel-Kues. Die im Vordergrund sichtbaren Menschen stehen vor dem Brandenburger Tor, dem Symbol der Deutschen Einheit. Sie verkörpern Aufbruch und Neubeginn. Ihre Willensbekundung „Wir sind ein Volk“ repräsentiert den Weg zur deutschen Wiedervereinigung.

Seit es Münzen gibt, wurden Verträge und Währungsunionen mit dem Ziel abgeschlossen, durch die Ausgabe standardisierter Geldstücke den Handel und Verkehr zu beflügeln sowie den Verkauf von Waren oder das Angebot von Dienstleistungen zu vereinfachen. Große und kleine Staaten und bedeutende Städte regelten bereits in der Antike Prägung und Austausch von Metallgeld, das gleich groß und schwer ist und den gleichen Metall-Feingehalt besitzt. Man einigte sich auf bestimmte Standards für die Gestaltung, sorgte aber auch durch unterschiedliche Bilder und Inschriften, dass die Herkunft der Geldstücke deutlich blieb. In der antiken Welt Vorderasiens und Griechenlands hatte nahezu jeder Potentat und jede Stadt von Rang eigene Münzen geprägt.

Stempelschneider haben vor allem Götterbilder, Tiere und Pflanzen auf unnachahmliche Weise ins enge Rund antiker Münzen gebannt. Die Prägungen belegen die Ausbreitung von Kulturpflanzen und Nutztieren und die Bedeutung des Nahen Ostens für die Entstehung und Entwicklung der griechischen Hochkultur. Weizen, Gerste, Erbsen, Linsen, Flachs und andere Pflanzen sowie Schafe, Ziegen, Schweine und Rinder waren den alten Griechen so wichtig, dass sie diese auf ihren Geldstücken verewigten.

Offensichtlich war auch der Naturschutz schon ein Thema in jener Zeit. So erscheint auf einer lykischen Münze Artemis, die Göttin der Jagd und des Tierreichs, die in einem Ölbaum sitzt. Zwei Männer mit erhobenen Äxten wollen ihn fällen, werden aber von zwei Schlangen daran gehindert. Den hohen Stellenwert der Pflanzenwelt dokumentieren viele weitere Münzen, die Olivenzweige und Mohnkapseln, Blumen und Blüten zum Motiv haben.

 Immer wieder zeigen sich auch Lorbeerblätter auf den Prägungen – einzeln oder zu Kränzen gebunden. In der Antike galt die immergrüne Pflanze als heilig und wurde als Sinnbild der ewigen Jugend, aber auch als Mittel gegen Krankheiten aller Art geschätzt, weshalb man Lorbeerbäume zur Abwehr von Unheil auch vor die Haustüren pflanzte. Nicht zuletzt spielt bis in unsere Zeit hinein der Lorbeer als Triumph- und Siegeszeichen und zur Verherrlichung gekrönter und ungekrönter Häupter auf Münzen und Medaillen eine herausragende Rolle.

Gelegentlich wird bei den Münzbildern aus der Mythologie zitiert. So erkennt man auf einer Drachme aus Elyros (Kreta) eine Ziege, die von einem Strauch frisst. Der Legende nach soll das von giftigen Pfeilen getroffene Tier von dem wundersamen Heilkraut Diktamus wieder gesund geworden sein. Die auf Münzen dokumentierte Verehrung von Eichen wird aus den engen Beziehungen zwischen Zeus und seinen Begleitern Adler und Stier abgeleitet, zu deren Lebenswelten der Baum gehört. Der Lorbeer um das Haupt des Licht- und Sonnengottes Apollon wiederum bezieht sich auf dessen Lebensgeschichte: Der Held reinigte sich nach der Tötung des delphischen Drachens Python mit Lorbeerblättern und zog mit ihnen geschmückt in Delphi ein. Dort gründete er eine Offenbarungsstätte, das berühmte Orakel von Delphi.

Im Unterschied zu den Griechen verwendeten die Römer lange Zeit runde und eckige Münzen aus Bronze in unterschiedlichen Abstufungen und Gewichten. Dieses gegossene Schwergeld (Aes grave) mit dem Kopf der Roma, aber auch mit Tieren, Rädern, Schiffen und anderen Darstellungen, war relativ unhandlich und wurde im frühen dritten vorchristlichen Jahrhundert durch den silbernen Denar abgelöst. Die Silbermünze mit einem Gewicht von 4,5 Gramm wog den 72. Teil eines römischen Pfundes. Sie entsprach anfangs vier Sesterzen (aus Messing) oder zehn Asses (aus Kupfer/Bronze). 25 Denare wiederum waren einen goldenen Aureus wert.

 Der im Laufe seines Bestehens mit zahllosen Bildnissen, Inschriften und symbolischen Bildern versehene Denar, von dem auch Doppelstücke und Teilstücke hergestellt wurden, war in allen Teilen des Römischen Reiches bekannt und beliebt. Mit den Jahrhunderten verringerten sich sein Gewicht und Feingehalt immer mehr. Gegen Ende des Imperium Romanum hatte seine Qualität schließlich so stark nachgelassen, dass der einst wertbeständige römische Denar eher einer schäbigen Kupfermünze glich.

Helmut Caspar/GFN

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 Bildtexte:

  1. Die in großen Mengen geprägten Athener Tetradrachmen fungierten als antike Leitwährung, man kann auch sagen als eine Art Euro der Alten Welt. Foto: Caspar
  2.  Die moderne 1-Euro-Münze Griechenlands zeigt die antike Tetradrachme mit dem Eulenmotiv auf der Bildseite. Foto: GFN
  3.  Meisterwerke antiker Stempelschneidekunst wie diese Dekadrachmen aus Syrakus gehören Stücken in der Sammlung des Berliner Münzkabinetts. Foto: Caspar

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