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„Viel Erfolg im Neuen Jahr!“ – oder warum Geld nicht stinkt ...

Pressemitteilung vom 28. Dezember 2015

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Geflügelte Worte zum Thema Geld, Gut und Gold

Jetzt werden sie wieder millionenfach verschickt, per Karte, per Brief, per E-Mail und SMS: Die allerbesten Wünsche für das neue Jahr 2016! Neben dem Wohlwollen für eine robuste Gesundheit und Glück enden die meisten Neujahrsgrüße mit „viel Erfolg“. Dem Adressaten hingegen zu wünschen, was zumeist die Folge von Erfolg und Fortune ist – also Geld, Money, Moneten – gilt hingegen als unfein. Doch warum eigentlich? Schließlich wissen wir alle: „Geld regiert die Welt“. Und darüber hinaus, seit Kaiser Vaspian: Es stinkt nicht!

Jetzt werden sie wieder millionenfach verschickt, per Karte, per Brief, per E-Mail und SMS: Die allerbesten Wünsche für das neue Jahr 2016! Neben dem Wohlwollen für eine robuste Gesundheit und Glück enden die meisten Neujahrsgrüße mit „viel Erfolg“. Dem Adressaten hingegen zu wünschen, was zumeist die Folge von Erfolg und Fortune ist – also Geld, Money, Moneten – gilt hingegen als unfein. Doch warum eigentlich? Schließlich wissen wir alle: „Geld regiert die Welt“. Und darüber hinaus, seit Kaiser Vaspian: Es stinkt nicht!

Aussprüche zum Thema Geld und Gold gibt es wie Sand am Meer, bei manchen sind die Verfasser unbekannt, etwa beim erwähnten „Geld regiert die Welt“ oder „Wo Geld ist, da ist der Teufel; wo keins ist, da ist er zweimal“. Hingegen gilt der römische Kaiser Vespasian als Urheber des geflügelten Wortes „Geld stinkt nicht“. Der Sohn eines Steuereinnehmers brachte es ziemlich schnell zum Senator, wurde im Jahr 51 nach Christus Konsul unter Kaiser Nero und ließ sich nach dessen Tod im Jahr 68 selbst zum Kaiser ausrufen. Er stellte die zerrütteten politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse im Römischen Reich wieder her, brachte die desolaten Staatsfinanzen in Ordnung und ließ das Kolosseum in Rom errichten, wofür er sehr, sehr viel Geld benötigte.

Neue Einnahmequelle für den Kaiser: die Latrinensteuer

Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen erließ er unter anderem eine Latrinensteuer. Als sein Sohn Titus ihn fragte, ob die ja doch recht anrüchige Gebühr für öffentliche Toiletten nicht der Römer unwürdig sei, soll der Kaiser geantwortet haben „Pecunia non olet“, Geld stinkt nicht. Laut Aussage antiker Schriftsteller hielt der Vater seinem Sohn eine Münze unter die Nase und fragte ihn, ob diese nach etwas rieche, was Titus natürlich verneinte.

Gering dürften die Einnahmen aus der Toiletten- oder Harnsteuer nicht ausgefallen sein, denn überall in Rom und in den Provinzen gab es öffentliche Bedürfnisanstalten, und es wurde peinlich darauf geachtet, dass man dort gegen einen kleinen Obolus seine „Geschäfte“ tätigte und nicht auf öffentlichen Plätzen oder Gartenanlagen.

Der klassische Ausspruch „non olet“, der sich auf viele andere Geldquellen anwenden lässt, sicherte dem als pragmatisch und energisch geschilderten Herrscher einen geachteten Platz in den Geschichtsbüchern und in der Literatur über geflügelte Wörter. Im Französischen ist der Kaiser auch heute mit dem Begriff „Vespasienne“ für eine Bedürfnisanstalt präsent, in Italien nennt man sie „Vespasiani“.

„Der Geruch des Gewinns ist gut ...“

Der römischen Satiredichter Juvenal war der Meinung, Geld würde nicht nur nicht stinken, sondern sogar angenehm duften. Von ihm stammt  Ausspruch „Der Geruch des Gewinns ist gut, woher dieser auch stammt“. Heutzutage hieße es wohl etwas flapsig ausgedrückt: „Ist doch egal woher die „Kohle“ kommt, Hauptsache sie ist da.“ Recht drastisch sagen auch verschiedene deutsche Sprichwörter aus, dass es einerlei sei, wie man sein Geld verdient. „Gelt, dass mit Scheisshausfegen und Schinden verdient wird, gilt so viel, als es ehrlich errungen“, liest man in der volkskundlichen mittelalterlichen Literatur.

Auch Goethe hatte eine leidenschaftliche Beziehung zu Geld

Auch Johann Wolfgang von Goethe hat viel Nachdenkliches zum Thema Geld hinterlassen. Er verstand etwas davon, und dies nicht nur als ein mit Finanzen befasster Weimarer Minister, sondern auch als Sammler alter Münzen und als einer, der von seinen Büchern und Theaterstücken gut leben konnte – anders als manche armer Berufskollege. Er fasste die Wirkungen von Geld und Gold auf die Menschen und ihre Hinwendung zum Reichtum in klassischen Worten zusammen. So seufzt schon im ersten Teil des Faust sein Gretchen: „Am Golde hängt, nach Golde drängt doch alles, ach wir Armen“. Und das Machstreben oft mit Reichtum einhergeht, lässt Goethe im zweiten Teil durchblicken: „Wie feuchten Ton will ich das Gold behandeln, / Denn dies Metall lässt sich in alles wandeln“. Dazu passt auch das Sprichwort über die Macht des Geldes aus dem Arabischen „Zahle das Geld her, so kommt die Braut“ und aus dem Chinesischen mit Blick auf Bestechlichkeit und Kungeleien im Justizwesen: „Das hohe Tribunal steht jedem offen. Doch nur, wer Geld hat, darf auf Erhörung hoffen.“

„Geld ist die Königin der Welt, schafft alles dir: ein reiches Weib, Kredit und Freunde, Adel, alles! Die Überredung wohnt auf deinen Lippen und Venus schmückt mit ihrem Gürtel dich“, wusste auch der römische Dichter Horaz. Doch er fügte mahnend hinzu, dass Geld auch Sorgen bereiten kann. Schließlich hat jede Münze zwei Seiten und „wer mehr ausgibt als er sollte, wird nichts zum Ausgeben haben, wenn er möchte“. Deshalb ist es „Besser ohne Abendessen zu Bett gehen, als mit Schulden aufzuwachen“ (aus dem Englischen).

Schon lange ist auch bekannt, dass Geld zwar unabhängig macht, aber kann der schnöde Mammon uns auch wirklich glücklich machen? Wohl kaum, wenn es nach dem abgeklärten Aphoristiker Georg Christoph Lichtenberg geht: „Das Geld, das man besitzt, ist das Mittel zur Freiheit, dasjenige, dem man nachjagt, das Mittel zur Knechtschaft.“  Das stimmt mit der These des römischen Philosophen Seneca überein, der bekannte: „Es ziemt sich, dem Geld zu gebieten, nicht ihm zu dienen“.

Wir sollten also immer schön locker bleiben im Umgang mit dem Geld. Und bloß kein Neid auf andere, die mehr davon haben. Einstmals wird es niemand von uns mitnehmen können. Denn bekanntlich hat das letzte Hemd keine Taschen! Das besagt auch eine tröstliche Botschaft aus dem Persischen:  „Magst du auch Geld und Gut endlos zusammentragen, du wirst doch nackt und bloß zuletzt ins Grab getragen“.

 

Helmut Caspar / Christof Krüger (GFN)

Fotos: Caspar

 

Bildtext 1:
Dass man mit Gold und Silber alles kaufen, doch sein Leben nicht verlängern kann, wird in vielen volkstümlichen Sprüchen und hier auf einem Kupferstich aus dem 17. Jahrhundert verdeutlicht.

Bildtext 2:
Kaiser Vespasian, hier auf einem römischen Aureus, ging auch durch einen berühmten Ausspruch „Pecunia non olet“ in die Geschichte ein. Das Kolosseum in Rom wurde unter seiner Herrschaft erbaut.

 

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